Montag, 13. Oktober 2025, Caleta Velez – Almerimar Marina

LL um 7.40 Uhr. Wir haben 10 Stunden Motorboot Fahrt vor uns und wollen mit Anbruch des Tageslichts aus dem Hafen raus. Um 9.00 Uhr habe ich eine Videokonferenz mit dem Magazin LandLust. Kurz Motor aus und eine Bluse an. Die Verbindung klappt prima, nur knarzt das Boot ein wenig laut, wenn es in der Welle hin und her schaukelt. Anschließend gibt es ein zweites, großes Frühstück mit Roggenbrot, Käse, aromatischer Tomate und Kaffee.

Ralf hat schon seine Leinen im Wasser. Die Angel und beide griechischen Kinderspulen. Es ist noch nicht 11 Uhr und alle Köder sind von der Leine gebissen. Zack und Hap und weg!!! Der neue 30,- Euro Köder ist futsch. Der Fisch wird langsam teuer, bei diesem Verlust an Ködern. Heute also kein Fisch zum Abendessen. Die Küstenlandschaft sieht aus wie ein Verpackungsprojekt von Christo und Jeanne-Claude, ein Folientunnel neben dem Nächsten, um das Obst und Gemüse für den Norden anzubauen. Ralf hat keine Beschäftigung mehr für den langen Tag auf dem Wasser, bis er auf die Idee kommt sein iPad zu nehmen und inspiriert von Pablo, Zeichnungen darauf zu machen. Nach Sonnenuntergang erreichen wir den Hafen von Almerimar. Ein Ferienort mit unpersönlicher, moderner Bebauung, rund um den fingerförmig angelegten Hafen. Bekannt für seine gute Marineinfrastruktur für Segler.

Dienstag, 14. Oktober, Almerimar Marina – Cabo de Gata (Ankern)

Ralf wartet auf das Öffnen des Angelshops und Marcus ersteht im Marinegeschäft seine dicken Ruckdämpfer aus Metall, die es braucht, um im Winter das Boot ordentlich im Hafen zu vertäuen. Wir frühstücken in einem kleinen Café um die Ecke und spritzen das Boot noch ein wenig ab. Wir haben einen herrlichen Segeltag bis zum Cabo de Gata und lassen den Anker in Strandnähe fallen. Das Ufer sieht sehr afrikanisch aus mit den weißen, flachen Häusern vor der roten Felsküste. „Die Halbwüstenflora des Cabo de Gata erinnert stark an die Pflanzengesellschaften der Sahara-Randzone“ steht bei Wikipedia und etwas links sehen wir Kräne und Bagger einer großen Saline. Das ganze Cap ist ein Naturpark. Die Sonne steht kurz über dem Horizont und wir springen alle noch einmal ins Wasser, für die anschließende Dusche gibt es warmes Wasser an Deck. Wir haben noch reichlich Tortilla vom Mittagessen übrig, dazu gibt es Käse mit frisch gebackenem Brot und Salat. Ich lese noch ein bisschen im Cockpit, die kleinen Fische springen um das Boot, die Jungs sind schon im Bett. 

Mittwoch, 15. Oktober, Cabo de Gata (Ankern) – Garrucha Marina

LL um 8.30 Uhr, Motorfahrt entlang der spektakulären Küste mit Einschlüssen von weißem Kalkgestein im braunroten Felsen. Wir legen eine Mittagspause mit Schwimmen in einer kleinen Bucht ‚Cala de San Pietro‘, eine Hippiecommunity am Strand und beliebtes Wanderziel im Naturpark.

Um 18.45 LF im Hafen von Garrucha. Wir laufen eine Runde durch das kleine Städtchen, es ist wenig touristisch und die meisten Restaurants sind geschlossen. Der Ort ist bekannt für seine roten Garnelen, die wir leider nicht bekommen. Es gibt Salat und Pizza an Bord.

Donnerstag, 16. Oktober, Garrucha Marina – Cala Cerrada / La Azohia (Boje)

LL um 8.30 Uhr, es ist fühlt sich herbstlich an. Ralf hat noch einmal Anglerglück und holt uns einen kleinen Bonito aus dem Meer. Marcus findet für uns eine kleine Pirateneinbuchtung, Cala Cerrada, kurz hinter dem Ort La Azohia. Die Einfahrt erscheint super eng, wenn man sich ihr nähert wird sie zum Glück größer. In der kleinen Bucht gibt es drei Bojen zum Festmachen. Die eine Boje ist von einem Holländer belegt, wir nehmen die mittlere Boje. Im zweiten Anlauf erwische ich den Bügel mit unserem tollen Bootshaken aus Schweden. Leider schrappt die Boje an der Bordwand, was zu einem lauten Geräusch in der Nacht führt. Wir versuchen verschiedene Leinenführung, um die Berührung Boje-Bordwand zu eliminieren. Die Bucht ist ein Traum. Winzig klein, umgeben von Hügeln, liegen wir sehr geschützt, in einer großen, dunkelblauen Badewanne. Es gibt Sashimi vom frisch geangelten Bonito zum Abendessen!

Freitag, 17. Oktober, Cala Cerrada (Ankern) – Cartagena 

Wolkenloser Himmel, die Sonne kommt langsam über die Berge und wärmt uns auf. Wir lassen das SUP zu Wasser und paddeln durch die Bucht. Der perfekte Ort um noch einmal die Drohne starten zu lassen. Ralf setzt uns über an Land und wir wagen wieder einen Startversuch. Ich tue mich sehr schwer mit der Handhabung, man merkt, dass ich nie Computerspiele gespielt habe. Aber es macht viel Spaß, wenn die Drohne dann auch mal in die gewünschte Richtung fliegt.

Wir verlassen den Traumspot und machen uns auf zu dem letzten Stück bis Cartagena, unserem Hafen für den Winter, als Ralf plötzlich eine SM entfernt hinter uns eine Walfinne sieht. Es muss ein Rundkopfdelphin oder Grindwal sein, jedenfalls ein deutlich größeres und behäbigeres Tier als die kleinen Delphine, die uns sonst begegnet sind. Wir bekommen einen Mordsschreck und geben Vollgas Richtung Bucht von Cartagena. Ralf lacht sich schlapp, aber uns steckt einfach noch die Ehrfurcht vor den Orcas im Atlantik in den Gliedern. zs hätte ja sein können, das ein Tier noch in den Eingangsbereich des Mittelmeeres kommt.

Wir tanken voll und erfragen beim Hafenmeister unsere Liegeplatznummer. Es ist eine kleine Lücke direkt neben einer kleinen Najad und der Kaimauer. Alle Boote liegen eng an eng und wir sind froh überhaupt noch einen Winterliegeplatz zu haben, jedenfalls kommen wir mit unserer Seite an die Rehlingsstütze der Najad und es knackt laut. Die Stütze ist aus der Leiste gebrochen. Alles nicht dramatisch, aber leider traurig in letzter Minute noch einen Schaden zu verursachen.

Marcus hätte noch viel langsamer, oder mit Hilfe von Leinen in die Lücke verholen müssen, denn die Betonmauer auf der einen Seite steht fest ist und die Boote auf der anderen Seite liegen so eng, da bewegte sich nichts. Erstmal großer Schreck, aber Frank von der SY Happy Days bleibt cool und der Schaden wird den Versicherungen gemeldet. 

Am nächsten Morgen gibt der Hafenmeister uns einen größeren Liegeplatz und wir verlegen uns, diesmal klappt alles perfekt. Hier bleibt die FLORES jetzt über den ganzen Winter liegen.

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