
Donnerstag, 9. Oktober 2025, Valeta de Velez / Malaga
Mittwoch sind wir den ganzen Tag gesegelt und Ralf hat noch einen großen Köder an einen zu großen Fisch verloren. Das Wetter war herrlich warm, leider etwas zu wenig Wind zum Segeln. Abends Ankunft in Caleta de Vélez. Ein großer Hafen mit sehr verschmutztem Wasser, Plastiktüten und Wasserflaschen schwimmen im Wasser. Unsere Parklücke, am festen Steg mit Mooringleine ist ziemlich klein, aber beim Mooren ist alles etwas beweglicher und es passt dann auch perfekt.
Die Öffnungszeiten der Dusch und Waschräume sind etwas ungewöhnlich. Von 7.30 bis genau 22. Uhr. Und am Wochenende öffnen die Klos erst um 8.30 . Und geputzt wird um 9.30, dann darf man auch nicht hinein.
Von Caleta Vélez bis Málaga kommt man mit dem Bus. Die Busfahrpläne im Wartehäuschen versteht kein Mensch. Google ist hier unverzichtbar. Donnerstagmorgen um kurz nach 8 Uhr gibt es eine Direktverbindung und wir sind knapp eine Stunde später mitten in Málaga. Vor dem Busbahnhof blüht in Pink und Gelb Frangipani, Wikipedia beschreibt den Duft als blumig, süß, exotisch mit cremigen Untertönen, die an Jasmin und Vanille erinnern. Es riecht toll am Rand des langen, schmalen Parks der parallel zur Wasserfront verläuft und viele ungewöhnliche und exotische Pflanzen beinhaltet, die teilweise mit Namensschildern versehen sind. Interessant vor allem, da viele Bäume mit Namensschildern versehen sind.
Wir stärken uns mit Café und Pan con Tomate, das Thermometer zeigt 22 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit an. Wir suchen im Cortes Ingles lange nach dem Handyreparaturservice für Ralfs Handy, der Arme ist seit zwei Tagen offline. Er wartet auf den Service während wir schon mal den Mercado besuchen und zu Picassos Geburtshaus laufen und durch das kleine Museum streifen. Picasso lebte in Málaga bis zu seinem 9. Lebensjahr, von 1881 bis die Familie 1891 nach A Coruña zog, da der Vater dort eine Stelle als Kunstlehrer annahm. Mit 10 Jahren wurde Picasso dort an der Schule für Bildende Künste angenommen, mit 14 Jahren zog die Familie nach Barcelona und Picasso bestand die Aufnahmeprüfung für die Kunstakademie. Seine Beziehung zu Spanien war tief und prägend, nach dem Bürgerkrieg in Spanien lebte Picasso im Exil in Frankreich und kehrte nie nach Spanien zurück. Er wünschte sich aber, dass nach der Franco Diktatur seine Werke in der Heimat wieder ausgestellt würden, was schließlich 1981 mit der Rückkehr von Guernica geschah.
Picasso begegnet einem in Málaga überall.
Freitag, 10. Oktober, Valuta de Velez / Malaga
Am Freitagnachmittag war allerdings die Schlange vor dem Picasso Museum so lang, das wir uns entschieden in das Museum von Carmen Thyssen-Bornemisza zu gehen. Eine super Entscheidung.
Wir hatten viel Spaß an den Bildern der vorwiegend andalusischen Maler aus dem 19. Jahrhundert. Ansichten von Cadiz, Sevilla, Málaga und anderen uns nun bekannten Orten und viele Szenen aus dem täglichen Leben mit Tanz, Trinkgelage, Portraits und mit Blumen geschmückte Hausfronten und Patios. Ein klarliniges Gebäude in einem alten umgebauten Palast. Kurz vor Schließung sind wir dann doch noch in das große Picassomuseum gegangen. Großartig! Wirklich viele tolle Bilder, Keramiken und Skulpturen in schönen Räumen. Ganz so knapp sollte man das Museum nicht besuchen, denn es gibt viel zu sehen. Die Sonderausstellungen konnten wir nicht mehr besuchen.
Das Malagamuseum in dem wir am Donnerstag waren, befindet sich direkt gegenüber vom Hafen oder wo sich früher der Hafen befand, in einem wunderbaren großen Palast, der einst Zollamt und später Tabakfabrik war. Beeindruckender Innenhof mit drei Etagen mit Säulenbogengang. Exponate der Archeologie und heimische Künstler aus Malaga. Das Museum schien frisch renoviert und mit viel Geld umgebaut worden zu sein. Im Parterre waren wir noch angetan, aber in der ersten und zweiten Etage ließ unsere Begeisterung nach. Zuviel Drumherum um die Ausstellungsstücke.
Es ist wirklich schade, das in Malaga nur Fähren, Kreuzfahrtschiffe und ein paar wenige Megayachten anlegen können. Es wäre schön mal kurz durch die Stadt zu schlendern und nicht mit dem Bus eine Stunde fahren zu müssen. Vor allem wenn man für die Rückfahrt das falsche Ticket kauft und nicht im Hafen sondern im Zentrum von Vélez landet. Zum Glück tauchte plötzlich ein Taxi auf und wir konnten die letzten 10 km damit zurück legen.
Auf dem Rückweg kauft Marcus eine falsche Fahrkarte und wir landen mitten im Stadtzentrum von Vélez-Malaga, 10 km vom Hafen entfernt. Der nächste Bus nach Torre del Mare kommt in 15 Minuten, von dort müssten wir wieder laufen. Zum Glück steht plötzlich ein Taxi am Busbahnhof und bringt uns in wenigen Minuten zum Hafen.
Samstag, 11. Oktober, Caleta de Vélez / Malaga
Gymnastik am Steg, gemütliches Frühstück und ein Tag im Hafen und am Strand. Wir kommen nicht weiter da der Wind uns zu stark entgegenbläst. Wir beschließen zwei weitere Tage hier in Malaga-Velez zu bleiben. Wasservorräte auffüllen, ein Aldi ist ein paar Minuten entfernt. Marcus radelt bestimmt fünf Mal dorthin um Wasser, Bier und Milchvorräte aufzufüllen. Vor dem Hafen ist Markt und Ralf schüttelt den Kopf als ich auch soviel Obst und Gemüse kaufe. Mango und Avocado werden an drei verschiedenen Ständen angeboten, zwei große Obst und Gemüsestände und vielleicht zwei mit Käse und Oliven und Kräutern. Der Rest sind BHs, Blusen, Ledergürtel und Taschen und etwas Schmuck. Der Markt ist gut besucht, wir hören auch viel Deutsch und Englisch. Die Bebauung mit Ferienwohnungen entlang dieses Küstenabschnitts ist immens und so verbringen viele Ausländer ihren Herbst und Winter hier an der warmen Costa del Sol. Ich kaufe einen kratzigen Flechtkorb aus Schilf für Kartoffeln und Zwiebeln. Es gibt Chorizosuppe mit Paprika und Bohnen und frisches Roggenbrot.
Ralf geht mit dem SUP aufs Meer. Am Nachmittag gehen wir alle schwimmen. Der Sand am Strand ist hier grau und nicht mehr weiß und feinkörnig.
Sonntag, 12. Oktober, Caleta de Vélez / Malaga
Wir nehmen den Bus um 12.30 nach Malaga. Es bleibt immer etwas Ungewissheit im Spiel ob der Bus kommt, wo er hält und ganz pünktlich ist er nie. Alles klappt und wir schlendern am Pier und einem Fünfmaster Segelschif, offensichtlich Segelkreuzfahrtschiff, vorbei zum Museum Pompidou. Oberirdisch ist nur ein bunter Glaskubus zu sehen. Das gesamte Museum befindet sich unterirdisch, an der Stelle wo früher das Meer und Hafen war. Wie weit sich Malaga wohl noch ins Meer ausdehnt, wenn wir vielleicht in 10 Jahren wieder vorbei kommen. Der Ableger vom Centre Pompidou war für eine Dauer von 10 Jahren geplant und die Cooperation scheint weiter fortzubestehen, zumal das Centre Pompidou in Paris jetzt für mehrere Jahre wegen Renovierung schließt. Wohlmöglich gibt jetzt genug Kunstwerke, die jetzt hier in Malaga gezeigt werden können. Die Ausstellung “To open Eyes“ war eine Mischung aus Bildern, Video, Skulpturen, Möbel und Lampendesign mit Werken aus den 60iger und 70iger Jahren. Bekannte und weniger bekannte Künstler, die vielleicht in Spanien nicht so häufig gezeigt werden, aber in ihrer bunten Mischung bei mir nicht haften bleiben.
Der Hunger treibt uns in die Vororte Pedregalejo und El Palo, die etwas weniger von Touristen aber von vielen Spaniern besucht werden. Die Besonderheit am Strand, sind die kleinen, ursprünglich ausgedienten Boote, die als Grillstation für die Restaurant dienen. Tolle Sommerstimmung von Badegästen, spielenden Kindern und rappelvolle Restaurants am Sonntagmittag, die sich Berge von gegrillten Fisch servieren lassen. Wir genießen eine Paella im Miguelito El Cariñoso Restaurante und ich schaue mir die Vorgehensweise des Grillen auf Spießen an der flackernden Glut genau an. Wir brauchen lange Metallspieße!!! Obwohl wir keinen Alkohol getrunken haben, kommen wir völlig erschöpft im Hafen an. Das Restaurant war so laut, im Bus war eine Gruppe junger bildhübscher, dunkelhäutiger Engländerinnen, die so laut ein Quiz spielten und im Café im Hafen wurde Kindergeburtstag gefeiert. Das war eindeutig zu viel spanischer Lärmpegel.




























































































Noch kein Kommentar, Füge deine Stimme unten hinzu!